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Dieser Bereich informiert Sie über häufige Krankheitsbilder:

  • Was bedeutet die Erkrankung für den Menschen?
  • Wie kann die Erkrankung erkannt und behandelt werden?
  • Wer soll sich untersuchen lassen?

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Herz-Kreislauf und Durchblutung

Herzinfarkt und Schlaganfall sind bei weitem die häufigsten Todesursachen in Österreich. Gemeinsame Ursache dieser oft katastrophalen Ereignisse ist die Gefäßerkrankung „Atherosklerose“, die zu Gefäßverengungen führt. Man bezeichnet die Erkrankung daher auch als arterielle Verschlusskrankheit (aVK). Atherosklerose, im Volksmund „Gefäßverkalkung“, ist eine entzündliche Erkrankung, die alle Gefäßbezirke des Körpers befallen kann und zu Gefäßverschlüssen und Durchblutungsstörungen an den betroffenen Organen führt. Gefäßverschlüsse an den Herzkranzgefäßen führen zu

„Angina pectoris“ und Herzinfarkt. Gefäßverschlüsse an den Gehirngefäßen führen zu Schlaganfall. Gefäßverschlüsse an den Beinschlagadern führen zur Schaufensterkrankheit und dem Raucherbein, dem häufigsten Grund für Amputationen. Einschränkung der Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens, chronische Erkrankung, Invalidität und hohe Sterblichkeit ist all diesen Gefäßerkrankungen gemeinsam. Darüber hinaus befällt die Erkrankung vielfach mehrere Gefäßregionen, sodass Herzinfarktpatienten auch häufiger Schlaganfälle bekommen und umgekehrt. Die Entstehung der Gefäßerkrankung „Atherosklerose“ wird durch Rauchen, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt. Dennoch sind nicht alle Gefäßerkrankungen durch diese Risikofaktoren erklärbar und auch scheinbar „Gesunde“ von diesen Erkrankungen betroffen.

Fortschritte der modernen Herz- und Gefäßmedizin ermöglichen heute eine frühzeitige Diagnose der „Atherosklerose“ – lange bevor klinische Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall drohen. Mittels nicht invasiver Verfahren wie Blutuntersuchungen, hoch-auflösenden Ultraschallverfahren oder ultra-schnellen Schnittbildtechniken können Risikokonstellationen und Frühformen von Gefäßerkrankungen in allen Organen diagnostiziert werden. Durch minimal-invasive Untersuchungs- und Behandlungsmethoden wie die perkutane Kathetertechnik („Herzkatheter“, „Gefäßkatheter“) können Durchblutungsstörungen vielfach beseitigt werden bevor irreversible Schäden an den Organen, Herzinfarkt oder Schlaganfall entstehen. Der richtige Einsatz moderner Medikamente ermöglicht eine effektive „Prävention“ zur Verhinderung der Komplikationen der Atherosklerose. Auch wenn Atherosklerose heute nicht geheilt werden kann, so ermöglicht eine optimale und frühzeitige Therapie eine Stabilisierung der Erkrankung und damit eine normale Lebenserwartung und Lebensqualität.

Heute sollten daher nicht nur Patienten mit Beschwerden wie Enge der Brust, Brustschmerzen, Atemnot oder Schaufensterkrankheit, sondern auch Risikopatienten mit Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Übergewicht, aber auch Raucher und Patienten in deren Familie Herz- und Gefäßerkrankungen vorkommen, ihr Herz und ihre Gefäße vorsorglich untersuchen lassen und die Möglichkeiten der modernen Herz-Kreislauf-Medizin für sich nutzen.

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine Erkrankung bei der das blutzuckersenkende Hormon Insulin entweder in der Bauchspeicheldrüse nicht genügend gebildet wird (Typ I Diabetes) oder nicht ausreichend wirkt (Typ II Diabetes). Typ I Diabetes tritt meist bereits bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen auf, während Typ II Diabetes (sog. „Altersdiabetes“) meist erst nach dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wird. Typ II Diabetes tritt oft in Verbindung mit Übergewicht, erhöhten Blutfetten und erhöhtem Blutdruck auf – eine Kombination die als „metabolisches Syndrom“ bezeichnet wird. Eine Erhöhung des Blutzuckers birgt mehrere Gefahren. Bei sehr hohen Zuckerwerten, wie sie meist am Anfang der Erkrankung ohne Therapie vorkommen, kann es zum diabetischen Koma kommen. Diese „Überzuckerung“ muss von der „Unterzuckerung“ unterschieden werden, wie sie bei Überdosierung von Blutzucker senkenden Medikamenten vorkommen kann. Ein diabetisches Koma durch Überzuckerung ist jedoch meist erst bei Blutzuckerwerten von über 500 mg/dL zu befürchten. Auf lange Sicht beschädigen aber auch niedrigere Blutzuckerwerte verschiedene Organsysteme: durch die chronische Erhöhung des Blutzuckers kann es zu Schäden an den Augen (Retinopathie), Gefäßen des Herzens, des Gehirns und der Beine (Angiopathie), Nerven (Neuropathie) und Nieren (Nephropathie) kommen. Folgen der Zuckerkrankheit können daher Herzinfarkt, Schlaganfall, Amputationen, Sehverlust und Nierenversagen sein. Diese „Spätschäden“ gilt es durch eine gute Blutzuckereinstellung zu verhindern.

Symptome der Zuckerkrankheit können Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Durst, vermehrte Harnmengen, Neigung zu Infektionen, Sehstörungen, Schwindel oder Schwitzen sein. Bei vielen Patienten entwickelt sich die Zuckerkrankheit jedoch schleichend und bleibt lange symptomlos. Daher sollte eine Zuckerkrankheit durch Blutuntersuchungen regelmäßig ausgeschlossen werden. Die Diagnose der Zuckerkrankheit erfolgt durch Bestimmung des Nüchternblutzuckers, ist dieser erhöht sollte eine Kontrolle erfolgen und der Langzeitzuckerwert (HbA1c) bestimmt werden. Zusätzlich kann ein Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest) notwendig sein, um die Diagnose zu sichern. Wird eine Zuckerkrankheit erkannt, sollte eine Durchuntersuchung hinsichtlich bereits vorhandener „Spätschäden“ erfolgen. Dies umfasst eine Untersuchung von Herz und Gefäßen, Augen, Labor, Nerven und Nieren. Die Behandlung der Zuckerkrankheit kann durch drei Maßnahmen erfolgen: 1. Bewegung, Diät und Gewichtsoptimierung 2. blutzuckersenkende Medikamente und 3. Verabreichung von Insulin. Bewegung, Diät und Gewichtsoptimierung sind für alle Menschen mit Zuckerkrankheit wichtig. Ob dann Medikamente oder Insulin zum Einsatz kommen hängt von der Art der Zuckerkrankheit ab. Typ I Diabetiker benötigen immer eine Therapie mit Insulin, bei Typ II Diabetikern können sowohl Medikamente als auch Insulin zum Einsatz kommen.

Menschen mit Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Durst, vermehrte Harnmengen, Neigung zu Infektionen, Sehstörungen, Schwindel oder Schwitzen sollten umgehend eine Untersuchung des Nüchternblutzuckers veranlassen. Zusätzlich sollte im Rahmen der jährlichen Gesundenuntersuchung eine Bestimmung des Blutzuckers durchgeführt werden. Patienten mit bereits bestehenden Erkrankungen des Herzens, der Gefäße, der Nerven, Augen oder Nieren sollten besonders genau hinsichtlich des Vorliegens einer Zuckerkrankheit untersucht werden.

Erhöhte Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride, Lipoprotein (a)) sind ein wichtiger Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen. Erhöhungen dieser Werte sind praktisch immer symptomlos, machen also keinerlei Beschwerden. Eine Erhöhung der Blutfettwerte wird einerseits durch die Zufuhr von Fetten durch die Nahrung beeinflusst, andererseits produziert die Leber aber auch Cholesterin und Triglyzeride selbst bei geringer Zufuhr. Bei den meisten Menschen mit erhöhten Blutfettwerten liegt eine Überproduktion von Cholesterin und Triglyzeriden in der Leber vor, sodass selbst bei fettloser Ernährung erhöhte Blutfettwerte zu beobachten sind. Man geht davon aus, dass es sich hierbei um die heute häufigste genetische Erkrankung handelt, die etwa 1/4 der Erwachsenen betrifft. Beim Cholesterin unterscheidet man das schlechte (LDL) vom guten (HDL) Cholesterin. Vor allem eine Erhöhung des LDL Cholesterins führt zu vermehrten Ablagerungen (Plaques) in den Gefäßen und somit zur Bildung von Engstellen oder Gefäßverschlüssen. Dies kann alle Gefäßgebiete betreffen, besonders häufig sind allerdings Herz-, Gehirn- und Beingefäße von dieser Erkrankung (Atherosklerose) betroffen. Die Folgen können Herzinfarkt, Schlaganfall und Schaufensterkrankheit sein. Das Risiko für die Entwicklung von Ablagerungen steigt einerseits mit zunehmenden LDL Werten und hängt aber andererseits auch von dem Zusammentreffen mit anderen Risikofaktoren ab (Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Rauchen). Die zu empfehlenden Grenzwerte für das Gesamt- und LDL Cholesterin hängen daher von der Konstellation aus Risikoprofil und bereits vorhandenem Gefäßschaden ab und sind von Patient zu Patient unterschiedlich.

Die Diagnose von erhöhten Blutfettwerten kann ausschließlich durch eine Laboruntersuchung in nüchternem Zustand erfolgen. Zur richtigen Interpretation der gemessenen Werte sind jedoch zusätzliche Untersuchungen notwendig: so müssen ein Risikoprofil erstellt und die Gefäße des Patienten untersucht werden, um so die Notwendigkeit einer blutfettsenkenden Maßnahme zu bestimmen. Um die Blutfette zu senken stehen wiederum zwei Maßnahmen zur Verfügung: 1. alle Patienten mit erhöhten Blutfettwerten sollten diese durch Bewegung, Diät und Gewichtsreduktion günstig beeinflussen. Bewegung (Sport) ist auch die wirksamste Maßnahme zur Steigerung des guten (HDL) Cholesterins, welches als Schutzfaktor für die Gefäße wirkt. 2. stehen eine Reihe von medikamentösen Blutfett-Senkern zur Verfügung, ob diese zum Einsatz kommen hängt von den Blutfettwerten und dem kardiovaskulären Risiko ab. Die am häufigsten eingesetzten Präparate sind „Statine“, diese reduzieren die Produktion von Cholesterin und Triglyzeriden in der Leber und senken dadurch den Blutfettspiegel. Der besondere Nutzen dieser Medikamente liegt jedoch auch im günstigen Effekt auf die Herz- und Gefäßerkrankung: durch Statine wird unabhängig von ihrer Wirkung auf die Blutfettwerte ein Fortschreiten von Herz- und Gefäßerkrankungen reduziert.

Da erhöhte Blutfettwerte keine Beschwerden machen, sollten diese regelmäßig bei allen Menschen im Rahmen der Gesundenuntersuchung bestimmt werden. Zusätzlich sollen Patienten mit bestehenden Herz- oder Gefäßerkrankungen engmaschige Kontrollen der Blutfettwerte durchführen lassen, um ein Fortschreiten dieser Erkrankungen durch eine medikamentöse Therapie zu verhindern.

Der Herzinfarkt ist die häufigste Todesursache in Österreich und für fast die Hälfte der Sterblichkeit verantwortlich. Verursacht wird der Herzinfarkt durch eine Erkrankung und Verstopfung der Herzkranzgefäße (Koronargefäße). Die Erkrankung der Herzkranzgefäße heißt daher „koronare Herzkrankheit“ (KHK). Diese großen Kranzgefäße – üblicherweise sind es drei – versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff. Kommt es zu einer Verengung oder zum Verschluss eines oder mehrerer Kranzgefäße so können Beschwerden der Angina pectoris (Enge der Brust, Brustschmerzen) oder Atemnot entstehen, auch können Rhythmusstörungen und Kreislaufkollaps auftreten. Bei gravierenden Formen kommt es zum Absterben von Herzmuskelgewebe und so zum Infarkt. Die Erkrankung kann sich durch Symptome ankündigen, meist zuerst bei Belastung, später auch in Ruhe oder nachts. Bei einem relativ großen Teil der Patienten entsteht jedoch ein Herzinfarkt ohne vorangegangene Warnzeichen. Bei einem kleineren Teil der Patienten führt der Infarkt zum „plötzlichen Herztod“.

Die Erkrankung kann durch verschiedene Untersuchungen vermutet und diagnostiziert werden. Hierzu gehören Laboruntersuchungen, EKG, Belastungs-EKG (Ergometrie), Computertomographie, Szintigraphie und schließlich als genaueste Untersuchung die Angiographie (Herzkatheteruntersuchung). Alle Patienten mit Durchblutungsstörungen am Herzen benötigen eine medikamentöse Therapie. Diese behebt zwar nicht die Durchblutungsstörung, schützt aber vor einem Fortschreiten der Erkrankung und reduziert das Risiko vor Herzinfarkt. Wird jedoch eine hochgradige Verengung der Herzkranzgefäße diagnostiziert, kann in der Herzkatheteruntersuchung auch eine Dehnungsbehandlung und Stentimplantation (Einsatz einer Gefäßstütze) erfolgen und somit die Durchblutungsstörung behoben werden. Bei Patienten mit akutem Herzinfarkt muss dies innerhalb weniger Stunden erfolgen, um den Schaden am Herzmuskel gering zu halten. Wichtig ist hier der unverzügliche Transport in ein kardiologisches Zentrum mit Herzkathetereinrichtung. Ziel ist es jedoch die Erkrankung zu erkennen, solange noch kein Infarkt aufgetreten ist. Dann kann durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen ein solches Ereignis heute vielfach verhindert werden. Alternativ zu der Behandlung mittels Stent muss bei einigen Patienten die Bypass-Operation zur Verbesserung der Herzdurchblutung durchgeführt werden.

Heute sollten daher nicht nur Patienten mit Beschwerden wie Enge der Brust, Brustschmerzen, Herzstechen, Beinschwellung oder Atemnot, sondern auch Risikopatienten mit Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Übergewicht, aber auch Raucher und Patienten in deren Familie Herz- und Gefäßerkrankungen vorkommen, ihr Herz vorsorglich untersuchen lassen und die Möglichkeiten der modernen Herz-Kreislauf-Medizin für sich nutzen.

Schlaganfall (Insult) ist nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Österreich und der häufigste Grund für permanente Behinderung. Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmung eines Armes oder eines Beines, Störungen der Feinmotorik bis hin zur Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit sind Folgen des Schlaganfalles. Vorzeichen des Schlaganfalles können vorübergehende Symptome wie oben beschrieben sein. Treten diese auf (als „TIA“ bezeichnet), gilt dies als Alarmsignal und muss sofort zu einer Abklärung und Behandlung der Ursache führen, um einen irreversiblen Schlaganfall zu vermeiden. Leider zeigen nur die wenigsten Schlaganfälle solche Vorzeichen. Es gibt zwei Arten von Schlaganfällen – solche die durch eine Durchblutungsstörung verursacht werden (etwa 80% der Schlaganfälle) und solche die durch Hirnblutungen verursacht werden (20%). Bei jenen die durch Durchblutungsstörungen verursacht werden stellen Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) und Verengungen der Halsschlagadern (Karotisstenose) die bei weitem häufigsten Ursachen dar. Die Erkrankung der Hirngefäße heißt auch cerebrale arterielle Verschlusskrankheit (caVK). Ist die Behandlung des Schlaganfalles eine Domäne der Neurologie, so liegt die Früherkennung und Therapie der häufigsten Ursachen im Fachgebiet des Internisten. Der Früherkennung von Risikokonstellationen für den Schlaganfall kommt insofern eine besondere Bedeutung zu, als dass die Behandlung eines stattgehabten Schlaganfalles nach wie vor sehr problematisch ist und vielfach ein irreversibler Schaden zurückbleibt.

Der Untersuchung von Herz und Gehirngefäßen kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Mittels Herz- und Gefäßultraschall sowie EKG und Langzeit-EKG Untersuchung (Holter-EKG) können die wichtigsten Schlaganfallursachen erkannt werden. Je nach Befund kann dann eine prophylaktische Therapie eingeleitet werden. Diese umfasst meistens eine Art der Blutverdünnung und in ausgewählten Fällen eine Behandlung einer Engstelle der Gehirngefäße (Karotisstenose). Dies wiederum kann heute mittels Kathetertechnik minimal invasiv durchgeführt werden. Die traditionelle Methode zur Behandlung der hochgradigen Karotisstenose ist die Karotis-Operation.

Bei Schlaganfall gilt ganz besonders: Prävention ist besser als Therapie. Heute sollten daher nicht nur Patienten mit Vorzeichen eines Schlaganfalles wie Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmung eines Armes oder Beines oder Schwindel untersucht werden, sondern auch Risikopatienten mit Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhten Blutfetten und Übergewicht, aber auch Raucher und Patienten in deren Familie Schlaganfälle vorgekommen sind.

Die Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) wird durch eine Durchblutungsstörung der Beinschlagadern verursacht. Die Erkrankung heißt daher auch periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK). Etwa 20% der über 65-jährigen haben eine solche Durchblutungsstörung der Beinschlagadern, die wenigsten Patienten allerdings wissen von ihrer Erkrankung. Oft bleibt diese auch asymptomatisch und verursacht wenige oder keine Beschwerden. Durch gravierende Verengungen der Beinschlagadern werden die Muskeln der Beine unter Belastung (Gehen, Laufen, Stufen steigen) schlecht mit Blut und Sauerstoff versorgt. Hierdurch kommt es zu „muskelkaterartigen“ Beschwerden in den Waden-, Oberschenkel- oder Gesäßmuskeln. Bleiben die Betroffenen stehen und entlasten die Muskulatur, verschwinden die Beschwerden wieder, um bei neuerlicher Anstrengung wieder aufzutreten. Im späteren Stadium kann sich die Durchblutung soweit verschlechtern, dass eine kritische Durchblutungsstörung (kritische Beinischämie) auftritt. Unbehandelt kann diese Erkrankung zur Amputation führen. Die kritische Durchblutungsstörung ist auch heute die bei weitem häufigste Ursache für Amputationen in Österreich.

Durch einfache gefäßmedizinische Untersuchungen wie der Oszillographie, der Doppler- und Duplexsonographie aber auch hochauflösenden Schnittbildtechniken kann die paVK rechtzeitig vor drohender Amputation erkannt und behandelt werden. Alle Patienten mit paVK benötigen eine medikamentöse Therapie, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Liegen gravierende Beschwerden aufgrund hochgradiger Gefäßengstellen oder Verschlüsse vor, so kann mittels minimalinvasiver Kathetertechnik (Gefäßkatheter) eine Dehnungsbehandlung durchgeführt und gegebenenfalls durch Stentimplantation (Einsatz einer Gefäßstütze) die Durchblutung verbessert werden. Vor allem bei Patienten mit kritischer Durchblutungsstörung ist eine Verbesserung der Durchblutung oberstes Therapieziel. Alternativ bzw. ergänzend zu Katheterbehandlungen kommt auch hier die chirurgische Therapie (Ausschälungsplastik, Bypassoperation) zum Einsatz.

Obwohl die paVK eine häufige Erkrankung ist, bleibt sie vielfach unentdeckt und wird daher oft unzureichend behandelt. Bei belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich der Beine sollte jedenfalls eine Gefäßuntersuchung durchgeführt werden. Liegen Beschwerden einer kritischen Durchblutungsstörung vor (z.B. kaltes, blasses Bein, Schmerzen im Bereich der Zehen oder des Vorfußes, nicht-heilende Wunden an den Beinen), so muss unverzüglich eine Gefäßuntersuchung erfolgen, um einer möglicherweise drohenden Amputation vorzubeugen. Zusätzlich sollten alle Patienten mit Zuckerkrankheit einmal pro Jahr zum Gefäßcheck gehen, da hier sehr häufig eine besonders gefährliche Form der paVK im Bereich der Unterschenkelgefäße auftreten kann und die Amputationsrate hier sehr hoch ist.

Diese Erkrankungen führen zu einer Ausweitung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) mit oder ohne Aufspaltung der Gefäßwand (Dissektion). Die Gefahr der Erkrankung liegt in der Zerreißung bzw. dem Platzen der Hauptschlagader und dem damit verbundenen Verblutungstod. Darüber hinaus können Aneurysmen vor allem bei Vorliegen einer Dissektion auch zu Durchblutungsstörungen führen, oder auch zum Auftreten von Blutgerinnseln und Verschleppung dieser in verschiedene Gefäßgebiete (Embolien). Das Risiko der Ruptur (Gefäßzerreißung) steigt mit dem Durchmesser des Aneurysmas. Als Grenzwerte für eine Behandlungsindikation gelten 6.0 cm für die Hauptschlagader im Bereich des Brustkorbes (Aorta thoracalis) und 5.5 cm für die Hauptschlagader im Bereich des Bauches (Aorta abdominalis). Sind diese Grenzwerte im maximalen Durchmesser überschritten steigt das Risiko des Zerplatzens stark an und eine Sanierung des Aneurysmas sollte überlegt werden. Es gibt allerdings auch zahlreiche Gründe schon vor Erreichen dieser Grenzwerte eine Sanierung anzustreben, vor allem wenn das Aneurysma Beschwerden (Schmerzen) verursacht oder trotz optimaler Therapie rasch an Größe zunimmt.

Je nach Lage des Aneurysmas können diese mittels Ultraschalluntersuchung oder durch Schnittbildverfahren (Computertomographie, Magnetresonanz-Untersuchung) diagnostiziert werden. Patienten mit Aneurysmen bedürfen einer medikamentösen Therapie, in der Regel mit einer milden Blutverdünnung zur Vorbeugung von Gerinnselbildung sowie einer blutdrucksenkenden Therapie. Muss ein Aneurysma saniert werden stehen der Einsatz von Gefäßstützen (Stentgraft) oder die offen-chirurgische Operation zur Verfügung.

Patienten mit Schmerzen im Brustkorb oder Bauchbereich sollten hinsichtlich eines Aortenaneurysmas untersucht werden, ebenso Patienten mit Zeichen einer Embolie (Gerinnselverschleppung). Aber auch Risikopatienten mit hohem Blutdruck, Raucher und Patienten in deren Familie Aneurysmen gehäuft vorkommen sollten sich einer Untersuchung mittels Ultraschall unterziehen.

Der Begriff Herzrhythmusstörungen umfasst alle Arten von elektrischen Abnormitäten des Herzens, von harmlosen Extraschlägen bis zu lebensbedrohlichen Arrhythmien. Insgesamt treten Herzrhythmusstörungen sehr häufig auf. Harmlose Extraschläge sind vereinzelt bei fast allen Menschen zu beobachten, bei manchen Menschen treten sie gehäuft auf und führen zu Symptomen des Herzstolperns. Herzstolpern und Herzrasen kann aber auch durch andere Herzrhythmusstörungen wie z.B. dem Vorhofflimmern ausgelöst werden. Vorhofflimmern ist die häufigste potentiell gefährliche Rhythmusstörung, vor allem weil es unbehandelt zu Gerinnselbildung im Herzen und damit zur Auslösung von Schlaganfällen kommen kann. Seltener kommen als Ursache von Rhythmusstörungen andere Vorhoftachykardien vor, noch seltener sind „bösartige“ Rhythmusstörungen Ursache von Beschwerden oder sogar Kollapszuständen. Bei Beschwerden wie Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern, Kollaps, Atemnot oder Beklemmungsgefühl ist immer auch an eine Rhythmusstörung als Ursache zu denken. Aufgrund der großen Vielfalt der Rhythmusstörungen und der sehr unterschiedlichen Prognose (völlig harmlos bis lebensbedrohlich) ist eine Unterscheidung äußerst wichtig, um dann die Notwendigkeit einer Therapie abschätzen zu können.

Hinweisgebend für Herzrhythmusstörungen sind meist Symptome und Beschwerden. Zufällig entdeckte Herzrhythmusstörungen, die keinerlei Symptome verursachen, sind meist harmlos. Die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von Rhythmusstörungen ist die EKG Untersuchung. Diese wird in der Regel durch eine Langzeit-EKG Untersuchung (Holter-EKG) sowie eine Belastungs-EKG Untersuchung (Ergometrie) ergänzt. Um die Ursache von Rhythmusstörungen zu erkennen sind meist auch eine Herzultraschalluntersuchung (Echokardiographie) und manchmal eine Herzkatheteruntersuchung notwendig. Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen hängt wesentlich von deren Ursache ab. Ebenso mannigfaltig wie die Ursachen dieser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Meist kommen Medikamente gegen die Herzrhythmusstörung zum Einsatz. Oft muss ein gleichzeitig und ursächlich bestehender Bluthochdruck behandelt werden. Gelegentlich kann eine Durchblutungsstörung des Herzens behandelt und damit auch die Rhythmusstörung behoben werden, manchmal muss eine Blutverdünnung durchgeführt werden, um einer Gerinnselbildung durch die Rhythmusstörung vorzubeugen. Manche Herzrhythmusstörungen können durch eine spezielle Herzkatheterbehandlung (Katheterablation) behandelt werden.

Bei Beschwerden wie Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern, Stechen in der Brust, Kollapszuständen, Beinschwellung, Schwindel, Atemnot in Ruhe oder bei Belastung, Beklemmungsgefühl oder Leistungsknick ist immer auch an eine Herzrhythmusstörung als Ursache zu denken. Zusätzlich sollten Patienten mit Bluthochdruck, vorbekannten Herzerkrankungen wie Klappenerkrankungen oder Durchblutungsstörungen regelmäßige Untersuchungen des Herzrhythmus durchführen lassen.

Das menschliche Herz verfügt normalerweise über vier Herzklappen, welche die Richtung der Blutflüsse im Herzen regulieren. Alle vier Herzklappen können erkranken und Verengungen (Stenose) oder Undichtigkeit (Insuffizienz) oder beides gemeinsam (kombiniertes Vitium) entwickeln. Diese Erkrankungen können in jedem Alter auftreten. Erkrankungen der Herzklappen können harmlos sein, wenn es sich um reine Degenerationserscheinung (Abnutzung) handelt und das Ausmaß der Engstellung oder Undichtigkeit gering ist. Schwere Veränderungen der Herzklappen können aber auch zum Herzversagen oder Herztod führen. Als Ursache von Herzklappenerkrankungen kommen neben Abnutzungserscheinung vor allem Infektionen oder angeborene Schwachstellen im Klappenapparat in Frage. Manche Erkrankungen des Herzmuskels können auch die Herzklappen beeinträchtigen. Bei lange bestehenden Herzklappenerkrankungen kann sich eine Herzmuskelschwäche entwickeln, vor allem wenn die Klappenerkrankung unbemerkt bleibt.

Heute ist neben der Auskultation des Herzens (Abhören) die Herzultraschalluntersuchung (Echokardiographie) die wichtigste diagnostische Maßnahme zur Erkennung von Herzklappenerkrankungen. Die Herzultraschalluntersuchung hat die früher häufig notwendige Herzkatheteruntersuchung weitgehend ersetzt. Die Behandlung von Herzklappenerkrankungen kann auf drei Arten erfolgen: medikamentös, chirurgisch und interventionell. Viele Patienten mit Herzklappenerkrankungen benötigen eine medikamentöse Therapie, diese kann zwar meist die Erkrankung selbst nicht verbessern oder aufhalten, lindert aber die Symptome und Beschwerden und verbessert die Funktion des Herzmuskels. Bei vielen schweren Herzklappenerkrankungen ist nach wie vor die herzchirurgische Sanierung die Methode der ersten Wahl. Hierbei können Klappen rekonstruiert oder ersetzt werden. Beim Klappenersatz können biologische (Rinder- oder Schweineherzklappen) oder künstliche Herzklappen (Metallprothesen) eingesetzt werden, mit jeweils Vorteilen und Nachteilen. Bei manchen Patienten mit schweren Herzklappenerkrankungen kann heute mittels Herzkathetertechnik ein Klappenersatz erfolgen.

Patienten mit Beschwerden wie Atemnot, Beinschwellung, Leistungsknick, Schmerzen oder Enge im Brustkorb oder Kollapszuständen sollten hinsichtlich einer Herzklappenerkrankung untersucht werden. Aber auch Patienten bei denen ein „Herzgeräusch“ festgestellt wurde sollten mit einer Herzultraschalluntersuchung abklärt werden.

Der Begriff Herzmuskelerkrankungen umfasst eine Vielfalt möglicher Erkrankungen, denen eine Schwäche des Herzmuskels gemeinsam ist. Patienten mit Herzmuskelerkrankungen nehmen diese meist als Atemnot und Leistungsknick war, zusätzlich kann es zu Beinschwellung oder Lungenwasserbildung (Lungenödem, Lungenstauung) kommen. Häufige Ursache von Herzmuskelerkrankungen sind Durchblutungsstörungen, Rhythmusstörungen oder chronischer Bluthochdruck, seltener finden sich abgelaufene Virusentzündungen (Myokarditis, Herzmuskelentzündung) als zugrunde liegende Ursachen. Herzmuskelerkrankungen können auch durch Herzklappenfehler verursacht werden.

Wichtig für die Behandlung von Herzmuskelerkrankungen ist die Suche nach deren Ursache. Die Pumpleistung des Herzens wird durch die Herzultraschalluntersuchung (Echokardiographie) untersucht. Hierdurch können auch viele Ursachen wie Durchblutungsstörungen oder Herzklappenerkrankungen erkannt werden. Zusätzlich kommen EKG Untersuchungen in Ruhe und Belastung, Blutdruckmessungen, Schnittbildverfahren (Computertomographie, Magnetresonanz-Untersuchung), Szintigraphie und die Herzkatheteruntersuchung zum Einsatz.

Patienten mit Atemnot, Beinschwellung, Leistungsknick oder Beschwerden im Brustkorb sollten hinsichtlich Herzmuskelerkrankungen untersucht werden. Zusätzlich sollten sich Patienten mit bekannten Durchblutungsstörungen des Herzens, Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenerkrankungen untersuchen lassen.

Venenerkrankungen umfassen im Wesentlichen zwei Erkrankungsbilder: Einerseits eine Ausweitung der Venen mit Undichtigkeit der Venenklappen (Insuffizienz) und andererseits eine Verstopfung der Venen (Gerinnselbildung = Thrombose). Beide Erkrankungsbilder können sowohl die tiefen Venen (Leitvenen) als auch die oberflächlichen Venen befallen, je nachdem spricht man dann von chronisch venöser Insuffizienz (Ausweitung und Klappenschwäche der tiefen Venen) und Varikose (Ausweitung und Klappenschwäche der oberflächlichen Venen) bzw. von tiefer Beinvenenthrombose (Verstopfung der tiefliegenden Venen) und Thrombophlebitis (Verstopfung und Entzündung der oberflächlichen Venen). Generell sind Erkrankungen der tiefliegenden Venen bedeutsamer, da diese häufiger zur schweren Komplikationen wie dem offenen Bein (Venengeschwür, ulcus cruris) oder dem Lungeninfarkt (Lungenembolie) führen. Risikofaktoren vor allem für die Entstehung von Thrombosen sind Immobilisation (Gips, Bettlägerigkeit), Rauchen, Pille, Tumorerkrankungen und angeborene Blutgerinnungsstörungen.

Neben dem typischen klinischen Bild das von Schmerzen, Rötung, Beinschwellung und vergrößerten Venen bis hin zum offenen Bein (venöses Geschwür) gehen kann, sind vor allem apparative Untersuchungen wie die Ultraschalluntersuchung wichtig, um die richtige Diagnose stellen zu können. Zusätzlich werden oft Laboruntersuchungen, manchmal auch Schnittbildverfahren oder Phlebographien (Venenröntgen) in der Diagnostik eingesetzt. Vor allem bei Diagnose einer Thrombose ist auch eine Ursachensuche angezeigt. Die Behandlung von Venenerkrankungen erfolgt entsprechend ihrer Ursachen: Bei chronisch venöser Insuffizienz und Varikose stehen die Kompressionstherapie (Stützstrümpfe, Kompressionsstrümpfe) und physikalische Maßnahmen im Vordergrund. Zusätzlich können bestimmte Venenpharmaka unterstützend zum Einsatz kommen. Bei ausgewählten Patienten kann eine Venenoperation eine Erleichterung bringen. Bei Patienten mit Venenthrombose hingegen ist neben der Kompressionstherapie durch Bandagen und Kompressionsstrümpfe die Blutverdünnung als wichtigste Maßnahme vorzusehen. Die Art und Dauer der notwendigen Blutverdünnung hängt von Ort und Ausdehnung der Thrombose ab.

Schmerzen und vor allem plötzlich auftretende Beinschwellung sind immer ein Alarmsignal und bedürfen einer raschen Abklärung zum Ausschluss einer Thrombose. Rötung und Verhärtung eines Venenstranges sind hinweisgebend für eine oberflächliche Venenentzündung, auch hier müssen die tiefen Venen mittels Ultraschalluntersuchung begutachtet werden, um eine gleichzeitig bestehende tiefe Venenthrombose auszuschließen. Beinschwere, chronische Knöchelschwellung und nächtliche Wadenkrämpfe sind typische Zeichen der chronisch venösen Insuffizienz (Ausweitung und Klappenschwäche der tiefen Venen) und sollten ebenfalls zu einer angiologischen Abklärung führen.

Eine Lungenembolie entsteht durch Verschleppung eines Gerinnsels (Thrombus) meist aus den tiefen Beinvenen in die Lungenvenen (Pulmonalembolie). Dadurch kommt es zu einer Verstopfung der Lungenvenen und Ausbildung eines Lungeninfarktes (= Untergang von Lungengewebe). Dies kann zu Husten, Atemnot, Schmerzen in der Brust, Lungenentzündung aber auch zum plötzlichen Tod führen, die Lungenembolie ist daher eine gefürchtete Komplikation der Beinvenenthrombose. Obwohl die Lungenembolie bei Patienten mit Beinvenenthrombose sehr häufig ist (bis zu 50% der Patienten), bleiben die meisten Lungenembolien asymptomatisch und werden vom Körper wieder aufgelöst. Häufig wiederkehrende Lungenembolien können Ursache eines Lungenhochdrucks sein, einer Erkrankung die zu Herzbelastung, chronischer Atemnot und Leistungseinschränkung führen kann. Risikofaktoren für die Lungenembolie sind die gleichen wie für eine Beinvenenthrombose, also Immobilisation (Gips, Bettlägerigkeit), Rauchen, Pille, Tumorerkrankungen und angeborene Blutgerinnungsstörungen.

Hinweisgebend sind Symptome wie Atemnot, Stechen und Schmerzen im Brustkorb, Herzrasen, Husten und Leistungsknick. Manchmal können im Lungenröntgen oder in der Herzultraschalluntersuchung Lungenembolien vermutet werden. Eine sichere Diagnose ist jedoch nur durch Schnittbildverfahren (Computertomographie) oder durch die nuklearmedizinische Szintigraphie möglich. Die Behandlung der Lungenembolie ist die Blutverdünnung. Die Dauer hängt von den Begleitumständen ab. Zusätzlich ist häufig eine antibiotische Therapie notwendig, um begleitende Lungenentzündungen in Schach zu halten.

Bei plötzlich auftretenden Beschwerden wie Atemnot, Stechen oder Schmerzen im Brustkorb, Husten oder Kreislaufkollaps muss immer auch an eine Lungenembolie gedacht werden, vor allem in Risikosituationen wie nach Operationen oder bei Immobilisation. Zusätzlich müssen Patienten mit Beinvenenthrombosen hinsichtlich Symptome einer Lungenembolie befragt und untersucht werden.

Von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) spricht man, wenn der Blutdruck in Ruhe in mehreren Messungen über einen bestimmten Grenzwert erhöht ist. Der Blutdruck sollte in Ruhe unter 140/90 mmHg sein. Unter Therapie mit blutdrucksenkenden Medikamenten sind üblicherweise Werte von 130-120 mmHg anzustreben. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck führt zu Belastung und Schädigung von Herz, Gefäßen, Augen und Nieren und kann daher zu Schlaganfall, Herzinfarkt, Sehverlust, Schaufensterkrankheit und Nierenversagen führen. Um diesen Ereignissen vorzubeugen, muss ein dauerhaft erhöhter Blutdruck gesenkt werden. Viele Menschen spüren einen erhöhten Blutdruck nicht, außerdem entwickelt sich ein Bluthochdruck meist schleichend über Jahre, sodass sich der Organismus scheinbar an die erhöhten Blutdruckwerte gewöhnt, was jedoch nichts an der Gefährlichkeit der Erkrankung ändert.

Da viele Patienten einen erhöhten Blutdruck nicht spüren, kann dieser oft nur durch eine Blutdruckmessung erkannt werden. Die Blutdruckmessung sollte beim ersten Mal an beiden Oberarmen durchgeführt werden und vor allem bei erhöhten Werten über einige Tage regelmäßig wiederholt werden. Alternativ kann eine 24 Stunden Blutdruckmessung hilfreich sein und rasch zur Diagnose führen. Ein einmalig erhöhter Blutdruckwert beim Arzt (Weißkittel-Hochdruck) kann auch bei Gesunden vorkommen und sollte daher durch Patientenselbstmessung kontrolliert werden. Wird ein Bluthochdruck festgestellt, sollte eine weitere Abklärung von Herz und Gefäßen erfolgen, um bereits vorhandene Schäden durch den Bluthochdruck zu erkennen bzw. um mögliche Ursachen des Bluthochdrucks zu diagnostizieren. Bei einigen Patienten können Hormonstörungen oder Erkrankungen der Nierenschlagadern als Ursache des Bluthochdrucks erkannt und behandelt werden. Bei mehr als 90% der Patienten findet sich jedoch keine Ursache des Bluthochdrucks und man muss von einer genetischen Belastung ausgehen (essentielle Hypertonie). Die Behandlung der essentiellen Hypertonie erfolgt durch 2 Maßnahmen: 1. Bewegung, (salzarme) Diät und Gewichtsoptimierung sowie 2. medikamentöse Therapie. Bewegung, Diät und Gewichtsoptimierung ist für alle Patienten mit Bluthochdruck zu empfehlen, da diese Maßnahmen den Blutdruck senken und so helfen, Medikamente einzusparen. Je nach Höhe des Blutdrucks und Ansprechen auf diese Maßnahmen können zusätzlich einzelne Medikamente oder Präparate in Kombination notwendig sein. Bei Patienten mit Hormonstörungen oder Verengungen der Nierenschlagadern kann durch eine Behandlung dieser Erkrankungen oft der Blutdruck verbessert oder normalisiert werden.

Symptome des Bluthochdrucks können Schwindel, Sehstörungen, Druck im Kopf oder im Brustkorb, Atemnot oder Herzrasen sein, bei vielen Patienten bleibt ein erhöhter Blutdruck jedoch ohne Beschwerden. Daher ist eine Vorsorgeuntersuchung mit Blutdruckmessung regelmäßig zu empfehlen.

Die Inhalation von Zigarettenrauch schadet dem menschlichen Organismus auf viele Arten. Die zwei wesentlichsten Gesundheitsschäden sind Tumorerkrankungen sowie Herz- und Gefäßerkrankungen. Über 35 verschiedene Krebsarten werden durch Rauchen begünstigt, am häufigsten tritt der Lungenkrebs auf, der mit einer 5-Jahres-Sterblichkeit von über 70% zu den heute noch tödlichsten Krebsarten gehört. Nicht weniger gefährlich ist jedoch die schädliche Wirkung des Rauchens auf das Herz-Kreislaufsystem. Rauchen „heizt“ die Gefäßerkrankung Atherosklerose an und kann zu den klinischen Folgen Herzinfarkt, Schlaganfall und Raucherbein führen.

Bei den meisten Zigaretten assoziierten Tumorerkrankungen und vor allem beim Lungenkrebs gilt, dass es keine hilfreichen Vorsorgeuntersuchungen gibt. Wird der Krebs einmal diagnostiziert, kann es bereits zu Absiedelungen (Metastasen) gekommen sein. Etwas anders ist die Lage hinsichtlich der Herz- und Gefäßschäden: hier kann durch Vorsorgeuntersuchungen wie EKG, Belastungs-EKG, Herz- und Gefäßultraschalluntersuchung und gegebenenfalls weiterführender Diagnostik ein Gesundheitsschaden frühzeitig erkannt werden. Die wichtigste Therapiemaßnahme ist die Beendigung des Rauchens. Zusätzlich können die entsprechenden Folgeerkrankungen je nach klinischer Situation behandelt werden.

Raucher sollten neben dem wichtigsten Ziel, das Rauchen aufzugeben, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen von Herz- und Gefäßen durchführen lassen. Dies umfasst meist ein EKG, Belastungs-EKG, Herz- und Gefäßultraschall und eine Laboruntersuchung.

Neben den atherosklerotischen Gefäßerkrankungen gibt es ein breites Spektrum anderer Gefäßveränderungen, diese können harmlose funktionelle Störungen wie das primäre Raynaud-Syndrom sein, angeborene Gefäßfehlbildungen darstellen oder entzündliche Gefäßerkrankungen sein.

Die Diagnostik hängt von den Beschwerden und der vermuteten Ursache der Erkrankung ab. Einige Erkrankungen lassen sich alleine durch eine klinische Untersuchung diagnostizieren, andere Erkrankungen benötigen das volle Spektrum einer angiologischen Spezialklinik.

Patienten mit jeder Art von vermuteten Durchblutungsstörungen sollten sich einmal einer angiologischen Untersuchung unterziehen, um die Diagnose der Gefäßerkrankung und deren Prognose zu sichern.

Endoskopie und Baucherkrankungen

Krebserkrankungen können jeden Abschnitt des Verdauungstraktes betreffen. Darmkrebs, Magenkrebs und Speiseröhrenkrebs können mittels Magen- beziehungsweise Darmspiegelung in unserer Ordination diagnostiziert werden. Der Leberzellkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) und Krebserkrankungen der Gallenwege werden durch eine Kombination aus Laborwerten, klinischen Symptomen und bildgebenden Verfahren, wie Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie diagnostiziert und erfordern meist auch eine Probenentnahme im Krankenhaus. In diesen Fällen kooperieren wir eng mit exzellenten Expertinnen und Experten aus spezialisierten Zentren, um Sie rasch einer maßgeschneiderten Therapie zuzuführen.

Speiseröhre

Erkrankungen der Speiseröhre können sich durch Schluckbeschwerden, stecken-bleibendem Essen oder Brennen bzw. Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen/Reflux) äußern.

In Abhängigkeit der genauen Beschwerdelage und anderen Risikofaktoren (Rauchen, Alkoholkonsum, Lebensalter, Übergewicht und andere) wird entschieden, ob eine Gastroskopie zum Ausschluss einer Entzündung (Ösophagitis), Einengung (Stenose) oder eines Tumors notwendig ist. In speziellen oder unklaren Fällen können noch weiterführende Untersuchungen (Manometrie, PH-metrie, oder eine Videokinematographie des Schluckaktes erforderlich sein.

Als Refluxkrankheit wird ein Zustand definiert, bei dem Reflux von Mageninhalt störende Symptome (Sodbrennen) und/oder Komplikationen verursacht. Refluxsymptome sind sehr häufig und betreffen bis zu 15% der Bevölkerung. Manchmal kann Reflux auch Halsschmerzen, Asthma, Zahnveränderungen oder chronischen Husten auslösen.  

Man unterscheidet unterschiedliche Typen der Refluxerkrankung:

Die nicht-erosive Refluxerkrankung (NERD) betrifft ca. 50% der (oft jungen) Patienten. Die Patienten berichten von typischen Beschwerden, es finden sich aber in der Gastroskopie keine relevanten Veränderungen an der Speiseröhre.  Eine temporäre bzw. Bedarfstherapie mittels Säureblockern (Protonenpumpenhemmern) ist nur notwendig, wenn die Beschwerden die Lebensqualität negativ beeinflussen und ist dann meist auch erfolgreich.  

Die erosive Refluxerkrankung (ERD) ist die klassische Refluxösophagitis, betrifft weniger als die Hälfte der Patienten und ist mit Veränderungen, wie zum Beispiel oberflächlichen Wunden (Erosionen) Narbenbildung oder Schleimhautveränderungen (Barrettösophagus) verbunden, die man mittels Gastroskopie diagnostizieren kann. Eine temporäre Therapie mit Säureblockern wird jedenfalls empfohlen. Oft ist eine langfristige Behandlung mit der niedrigsten wirksamen Dosis notwendig.

Hierbei handelt es sich um eine durch Reflux bedingte Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut. Grundsätzlich ist diese Veränderung mit einem erhöhten Speiseröhrenkrebsrisiko verbunden. Glücklicherweise ist dieses Krebsrisiko sehr gering, wenn der Pathologe keine Zellveränderungen (Dysplasien) in der Gewebsprobe findet und liegt statistisch betrachtet unter zw. 0,1-0,4 % pro Jahr. Wenn eine Dysplasie gefunden wird sollte diese endoskopisch entfernt werden. Patienten mit Barrettschleimhaut ohne Dysplasie sollten nach individueller Risikoanalyse (v.a. Ausmaß der Schleimhautveränderungen u.a.) regelmäßige Gastroskopien mit Probenentnahmen durchführen.

Hier klagen die Patienten über typische Beschwerden, es lässt sich jedoch mit keiner Untersuchung (Gastroskopie, pH-Metrie, Manometrie) ein pathologischer Befund erheben. Man vermutet eine erhöhte Sensibilität der Speiseröhrenschleimhaut für physikalische Reize. Psychische Faktoren spielen manchmal eine Rolle, die Therapie ist oft schwierig.

Magen

Unter dem Begriff Gastritis versteht man eine Entzündung des Magens, wobei man folgende Arten der Gastritis unterscheidet.
Die Typ A Gastritis ist eine Autoimmungastritis. Das eigene Abwehrsystem reduziert die Zahl der Magenzellen, die für die Säureproduktion und Vitamin B12 Aufnahme aus der Nahrung zuständig sind. Leitsymptom können folglich Vitamin B 12 Mangel, oder Eisenmangel sein. Schmerzen verursacht diese Form der Gastritis normalerweise nicht. Die Diagnose erfolgt durch eine Magenspiegelung mit Probenentnahme. In der Regel werden zwecks Magenkrebsvorsorge regelmäßige Kontrollgastroskopien alle 1-2 Jahre empfohlen. 

Die Typ B Gastritis wird durch das Magen Bakterium Helicobacter pylori verursacht. Als Komplikation dieser Infektion kann ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür auftreten. Goldstandard der Diagnose ist eine Magenspiegelung. Helicobacter pylori kann darüber hinaus auch durch einen Stuhl Test diagnostiziert werden. Weitere Informationen finden Sie im Bereich Helicobacter pylori.

Die Typ C Gastritis: diese Form von Gastritis wird durch Stress, zu viel Magensäure, zu viel Gallenflüssigkeit, schwere Diätfehler, Alkohol oder bestimmte Medikamente (zB NSAR, TASS u.a.) verursacht.
Die Therapie der Typ C Gastritis setzt daher meist an mehreren Punkten an. Vorranging ist jedenfalls eine Verbesserung des Lebensstils und der Ernährung- unsere Diätologin berät sie diesbezüglich gerne. Vorübergehend kann auch eine Therapie mit Säureblockern die Beschwerdelage deutlich verbessern.

Eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori ist sehr häufig. Sie betrifft circa 20 % der österreichischen Bevölkerung. Helicobacter pylori kann Ursache für eine Gastritis oder ein Magen- beziehungsweise Zwölfingerdarmgeschwür sein. Goldstandard der Diagnose ist die Magenspiegelung mit Probeentnahme. Die Therapie erfolgt mit einer Kombination verschiedener Antibiotika, sowie einem Protonenpumpenhemmer zur Säureblockade, und dauert je nach Schema 10-14 Tage. Die Kontrolle des Therapieerfolges wird durch die Bestimmung des Helicobacter Antigens im Stuhl 8-12 Wochen nach Beendigung der Antibiotikatherapie durchgeführt.

Darm

Als Durchfall bezeichnet man aus medizinischer Sicht drei oder mehr ungeformte Stuhlentleerungen pro Tag. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen akutem Durchfall (weniger als drei Wochen) und chronischem Durchfall (länger als drei Wochen). Weiters sind Begleitsymptome wie Bauchschmerzen, Fieber, Blut oder Schleimbeimengungen im Stuhl für die Einschätzung von Bedeutung. Je nach individueller Beschwerdelage und Krankheitsgeschichte führen wir Stuhldiagnostik, Blutdiagnostik bzw. eine Darmspiegelung durch. Bei eindeutig essensabhängigen Beschwerden kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeitstestung sinnvoll sein. Therapeutisch ist die wichtigste Maßnahme eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Eine spezifische Therapie kann immer erst nach einer sorgfältigen Diagnostik eingeleitet werden. 

Colitis ulzerosa und Morbus Crohn zählen zu den häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Die Colitis ulcerosa äußert sich meist durch chronischen Durchfall, der schubartig auftritt und mit Blut, Schleimbeimengungen und Bauchschmerzen verbunden ist.

Der Morbus Crohn kann sich ebenfalls durch chronischen Durchfall äußern, präsentiert sich aber manchmal auch nur durch chronische wiederkehrende Bauchschmerzen. Im Unterschied zur Colitis ulcerosa kann beim Morbus Crohn der gesamte Magen-Darmtrakt befallen sein. Typisch ist jedoch die Manifestation am Übergang von Dünn- und Dickdarm. Rauchen und Schmerzmittel (NSAR) befördern die Erkrankung und sollten vermieden werden.

Der Goldstandard der Diagnose beider Erkrankungen ist Darmspiegelung mit Probenentnahme.

Die Therapie beider Erkrankungen richtet sich nach der Ausdehnung, dem Befallsmuster, dem Schweregrad des Verlaufes, aber auch nach den persönlichen Präferenzen der Patienten.

Die Behandlungsziele sind Beschwerdefreiheit und die Abheilung der Darmschleimhaut.

Für beide Erkrankungen wird bei akuten Schüben der Erkrankung vorübergehend Cortison eingesetzt (meist 8-12 Wochen). Für die Colitis ulzerosa stehen zusätzlich Mesalazinpräparate zur Verfügung, die auch in der langfristigen Therapie eine wichtige Rolle spielen. Als Dauertherapie zur Verhinderung weiterer Krankheitsschübe ist Cortison ungeeignet. Es kommen Medikamente zum Einsatz, die das Immunsystem besänftigen sollen (Immunsuppression).  Wichtig ist jedenfalls, dass die Langzeittherapie auch bei Beschwerdefreiheit weiter eingenommen wird, um das Aufflammen der Erkrankung zu verhindern. Regelmäßige Darmspiegelungen zur Therapieerfolgskontrolle und Darmkrebsvorsorge werden empfohlen. Die internationale Forschung ist bei beiden Erkrankungen hoch aktiv. Aus diesem Grund kooperieren wir eng mit der Universitätsklinik des AKH Wien und anderen spezialisierten Zentren, um unseren Patienten die bestmögliche Therapie anbieten zu können.

Die Stuhlfrequenz variiert im Vergleich zwischen unterschiedlichen Menschen enorm. Es gibt keine absoluten Richtlinien, die eine normale von einer abnormalen Stuhlfrequenz unterscheiden. Eine weiterführende Abklärung wird notwendig, wenn:

– sich das Stuhlverhalten ohne ersichtlichen Grund längerfristig ändert,

– die Lebensqualität durch Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen eingeschränkt ist

–  Alarmsymptome wie Blut im Stuhl, oder Gewichtsverlust auftreten.
Nach einem individuellen Gespräch wird entschieden, ob eine Darmspiegelung durchgeführt werden muss, oder ob zunächst nur Lebensstilmaßnahmen (Sport, Bewegung, Ernährung) beziehungsweise milde Abführmittel eingesetzt werden können. Oft erweist sich eine Beratung durch unsere Diätologin als sehr hilfreich.

Blähungen entstehen durch Stoffwechselprozesse, die Darmbakterien mit Nahrungsbestandteilen durchführen. Die Entwicklung von Darmgasen ist daher grundsätzlich normal. Abklärungsbedürftig sind Blähungen, die Schmerzen verursachen bzw. die Lebensqualität durch einen aufgeblähten Bauch negativ beeinflussen. 

Die Intensität der Abklärung wird nach einem ausführlichen Gespräch festgelegt, und hängt vom Alter, Risikofaktoren und Begleitsymptomen ab.

Manchmal kann die Suche nach einer spezifischen Nahrungsmittelunverträglichkeit (Laktose, Fructose Intoleranz) sinnvoll sein. In bestimmten Fällen sollte eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms ausgeschlossen werden. Viele Patienten profitieren von einer Ernährungsumstellung unter Anleitung unserer Diätologin. 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten können essensabhängige Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen verursachen. 

Spezifische Tests existieren für die Laktose-, Fructose- und Sorbit-Intoleranz. Diese sowie die Diätberatung sind keine Kassenleistungen und werden daher derzeit in der Ordination nicht angeboten. Unverträglichkeiten können auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten, sodass eine Unverträglichkeitstestung meist nach Ausschluss anderer Erkrankungen des Verdauungstraktes zu empfehlen ist. 

Grundsätzlich gilt, dass Unverträglichkeiten keine gefährlichen Folgen haben, jedoch die Lebensqualität negativ beeinflussen können. Eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten ist daher sinnvoll. Lassen Sie sich diesbezüglich von einem Diätologen/einer Diätologin Ihres Vertrauens beraten.

Weniger als 1 % der österreichischen Bevölkerung leidet an der Zöliakie. Die Symptome reichen von Gewichtsabnahme, Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen bis hin zu Eisenmangel, Vitaminmangel, Hautausschlägen, oder erhöhten Leberwerten. Diagnostiziert wird die Zöliakie durch eine Blutabnahme zur Bestimmung spezifischer Antikörper und durch eine Probeentnahme aus dem Zwölffingerdarm im Rahmen einer Magenspiegelung (Gastroskopie). In den Darmproben findet der Pathologe eine spezifische Entzündung in den Darmzotten, welche durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen das Weizenprotein Gluten verursacht wird. Unbehandelt kann die Zöliakie durchaus gefährlich werden. Mit einer Gluten- freien Diät ist in der Regel ein normales und ungestörtes Leben möglich.

Leber und Galle

Zu den Leberwerten gehören GPT, GOT, yGT, alkalische Phosphatase und Bilirubin. Eine Erhöhung dieser Werte kann Ausdruck einer akuten/vorübergehenden oder chronischen Leberschädigung sein. Von einer chronischen Leberschädigung spricht man, wenn die Leberwerte länger als sechs Monate erhöht sind. Die Basis der Abklärung ist eine Erhebung der Krankheitsgeschichte, die Erhebung der Einnahme von Medikamenten, beziehungsweise Nahrungsergänzungsmitteln, eine ausführliche Ultraschalluntersuchung und Blutuntersuchung. Eine Probenentnahme aus der Leber ist heutzutage nur mehr in speziellen klinischen Situationen erforderlich.

Gallensteine betreffen circa 20 % der österreichischen Bevölkerung und werden durch einen Bauchultraschall diagnostiziert. Die gute Nachricht ist, dass nur circa 15-20 % der Patienten mit Gallensteinen im Laufe ihres Lebens Symptome, beziehungsweise Komplikationen erleiden. Aus diesem Grund werden symptomlose Gallensteine nur in seltenen Ausnahmefällen operiert.
Symptome können kolikartige Schmerzen, eine Gallenblasenentzündung, oder der Abgang eines Steins in den Gallengang mit nachfolgender Gelbsucht oder Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) sein. Speziell bei milden Schmerzen im rechten Oberbauch muss viel Sorgfalt für die korrekte Zuordnung der Beschwerden aufgebracht werden, um eine unnötige Gallenblasenentfernung zu vermeiden. In diesen Fällen ist oft eine Blutabnahme, eine Gastroskopie oder eine Schnittbildgebung des Bauches (CT/MRT) notwendig, um andere Schmerzursachen auszuschließen.

Die Fettleber zählt mit Sicherheit zu den häufigsten Lebererkrankungen. In Österreich leiden circa 40 % der Menschen daran. Sie tritt vor allem bei übergewichtigen Menschen, bei Diabetikern und Menschen mit einer Fettstoffwechselstörung auf. Die Erkrankung ist im Regelfall symptomlos, die Leberwerte im Blut sind entweder normal, oder geringfügig erhöht und im Ultraschall der Leber zeigt sich meist ein charakteristisches Bild. 


Circa 20 % der Menschen entwickeln aufgrund der Fetteinlagerung in der Leber eine Leberentzündung, die man dann als nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) bezeichnet. Diese Patientengruppe hat ein erhöhtes Risiko eine fortgeschrittene Lebererkrankung zu entwickeln. 
Die Diagnose kann bei typischem Ultraschallbild nach Ausschluss anderer relevanter Lebererkrankungen gestellt werden.


Die wichtigste Maßnahme zur Behandlung der Fettleber ist die Gewichtsreduktion, und die Optimierung der Ernährungsqualität – hierfür steht Ihnen unsere Diätologin sehr gerne zur Verfügung. Weiters steht die Optimierung des kardiovaskulären Risikos im Vordergrund, denn die häufigste Todesursache von Patienten mit Fettleber ist nicht die Leberzirrhose, sondern ein Herzinfarkt und Schlaganfall. Es empfehlen sich somit regelmäßige internistische und kardiologische Kontrollen in der Gruppenpraxis Imed19.

Die meisten Fachgesellschaften empfehlen Frauen nicht mehr als 10g, Männern nicht mehr als 20g Alkohol pro Tag zu konsumieren, wobei 20g 0,5L Bier bzw. 0,25 L Wein entsprechen. Die wöchentlich konsumierte Alkoholmenge sollte 100g nicht überschreiten, um negative Gesundheitsfolgen zu vermeiden. 

Die alkoholische Fettleber ist nur eine dieser negativen Gesundheitsfolgen und auch die häufigste Ursache für Leberzirrhose in Österreich. Wichtig ist zu verstehen, dass man noch lange kein Alkoholiker sein muss, um seine Leber durch regelmäßigen Alkoholkonsum zu schädigen. Des weiteren führt Alkoholkonsum bei anderen bestehenden Risikofaktoren (Übergewicht, Diabetes) oder anderen Lebererkrankungen zu einer exponentiellen Erhöhung des Leber-bezogenen Risikos. Die Diagnose der alkoholischen Fettleber wird durch eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte, sowie einer Blut- und Ultraschalluntersuchung gestellt. Ziel muss eine deutliche Reduktion des Alkoholkonsums und, bei vorhandener Leberzirrhose, ein absoluter Alkoholverzicht sein.  

Zu den gutartigen Lebertumoren gehören Leberadenome, Hämangiome, Zysten, und die fokal-noduläre Hyperplasie (FNH).

Meistens werden sie zufällig bei Ultraschall/CT oder MRT Untersuchungen entdeckt und imponieren so spezifisch, dass keine weiteren Maßnahmen oder Kontrollen notwendig sind. In unklaren Fällen kann eine Probenentnahme notwendig werden, um die Diagnose abzusichern.

Die Eisenspeicherkrankheit ist eine genetische Erkrankung, die mit einer Mutation des HFE Gens verbunden ist. Aufgrund einer daraus resultierenden Störung im Eisenstoffwechsel kommt es zu einer Eisenüberladung des Körpers. Das überschüssige Eisen lagert sich in der Leber, der Bauchspeicheldrüse, den Gelenken, in der Haut und manchmal auch im Herzen ein und kann folglich erhöhte Leberwerte, Diabetes, Gelenksschmerzen, Hyperpigmentierung der Haut (Bronzefärbung) oder Herzschwäche bzw. Herzrhythmusstörungen verursachen.

Die Verdachtsdiagnose wird gestellt, wenn im Blut der Ferritinwert  >200ng/mL und die Transferrinsättigung >45% ist. In diesen Fällen sollte eine genetische Analyse (Bestimmung der HFE Mutation im Blut) erfolgen.

Wenn die Diagnose durch den Gentest bestätigt wird, werden regelmäßige Aderlässe bis zum Ferritinzielwert <40ng/mL empfohlen.

Zahlreiche Viren können eine vorübergehende Begleithepatitis auslösen, die im Regelfall komplikationslos und vollständig abheilt. 

Darüber hinaus gibt es die klassischen Hepatitisviren (Hepatitis ABCD und E) , welche spezifisch die Leber befallen können und die Leberwerte erhöhen. Während die Hepatitis A & E im Regelfall durch kontaminierte Nahrungsmittel übertragen werden und meist komplikationsfrei ausheilen, wird die Hepatitis B, C & D über Blut, Blutprodukte, beziehungsweise Körperflüssigkeiten übertragen.

Die Hepatitis C kann mittlerweile durch eine 8-12 wöchige Therapie mit hervorragend verträglichen Medikamenten in beinahe 100 % der Fälle geheilt werden. Zur Behandlung der Virushepatitis B stehen ebenfalls sehr effektive und gut verträgliche Medikamente zur Verfügung, die Komplikationen wie Leberzirrhose verhindern können, allerdings nur selten zu einer völligen Ausheilung der Viruserkrankung führen. Eine Therapie ist auch nicht immer zwingend erforderlich. Eine Ultraschalluntersuchung der Leber, sowie eine Blutabnahme zur Bestimmung der Viruslast sind für die Therapieentscheidung notwendig.

Die AIH ist eine Autoimmunerkrankung der Leber, bei der das eigene Immunsystem die Leberzellen angreift. Sie betrifft Frauen häufiger als Männer und ist mit einer meist deutlichen Erhöhung der GPT und GOT im Blut verbunden. Ebenfalls erhöht können Parameter des Immunsystems (quantitative IgG) und Autoantikörper (ANA, anti-SM-AK, anti-LKM-1, anti-LC1, anti-SLA/LP) sein.  Die Diagnose erfolgt nach ausführlicher Erhebung der Krankengeschichte, einer Blutabnahme und einer Ultraschalluntersuchung der Leber. Da die Therapie der Erkrankung meist in einer lebenslangen Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten besteht, wird zur Diagnosesicherung eine Leberbiopsie empfohlen. Unbehandelt ist die AIH eine gefährliche Erkrankung, die mit einer hohen Sterblichkeit verbunden ist. Erfolgreich behandelt ist die Lebenserwartung in der Regel nicht eingeschränkt. Eine lebenslange regelmäßige Kontrolle von AIH Patienten bei einem erfahrenen Hepatologen ist daher dringlich zu empfehlen.

Die PBC ist eine seltene Autoimmunerkrankung der kleinen Gallenwege der Leber, die unbehandelt zu einer Leberzirrhose führen kann. Sie betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer und ist mit einer Erhöhung der yGT und alkalischen Phosphatase im Blut verbunden. In 80% bis 90% der Fälle findet man auch eine Erhöhung der antimitochondrialen Antikörper (AMA). Die Diagnose erfolgt nach ausführlicher Erhebung der Krankengeschichte, einer Blutabnahme und einer Ultraschalluntersuchung der Leber. Eine Probenentnahme aus der Leber ist nur selten notwendig.

Als Therapie wird in erster Linie Ursodesoxycholsäure eingesetzt. Zur Kontrolle des Therapieerfolges wird der Abfall der alkalischen Phosphatase im Blut herangezogen.  Eine gut behandelte PBC ist üblicherweise mit einer normalen Lebenserwartung verbunden.

Die PSC ist eine sehr seltene Erkrankung und kann die großen und die kleinen Gallengänge der Leber betreffen. In 80% der Fälle liegt auch eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulzerosa/Morbus Crohn) vor. Die Diagnose erfolgt nach ausführlicher Erhebung der Krankengeschichte, einer Blutabnahme, einer Ultraschalluntersuchung der Leber und einer MR-CP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie). Eine Probenentnahme aus der Leber ist nur selten notwendig.

Die PSC ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für Gallengangsinfektionen, Leberzirrhose, Gallengangskrebs und Darmkrebs verbunden. Die Patienten sollten sich daher regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen (Koloskopie/ MR-CP, Ultraschall, Labor) und Kontrollen beim erfahrenen Hepatologen unterziehen.  Eine nachweislich wirksame Therapie existiert nicht. In manchen Fällen kann mit Ursodesoxycholsäure eine Verbesserung der Leberwerte erreicht werden. Gallengangsinfektionen (Cholangitis) müssen mit Antibiotika konsequent behandelt werden.

Die Leberzirrhose ist die gemeinsame Endstrecke aller chronischer Lebererkrankungen. Aufgrund der chronischen Leberentzündung kommt es über viele Jahre durch chronische Wundheilungsprozesse zur Narbenbildung in der Leber (Leberfibrose). Man unterscheidet unterschiedliche Schweregrade der Vernarbung (Fibrosegrad 1-4), wobei die Fibrosegrad 4 einer Leberzirrhose entspricht.

Im Falle einer Leberzirrhose ist eine sorgfältige Evaluation der Leberfunktion und des Komplikationsrisikos erforderlich. Hierfür sind regelmäßige Blutabnahmen, Gastroskopien zum Ausschluss von Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen), Bildgebungen der Leber (Ultraschall/MRT) zum Ausschluss von Bauchwasser und Leberkrebs und natürlich die Einschätzung eines erfahrenen Hepatologen erforderlich. Glücklicherweise ist nur bei den wenigsten Patienten mit Leberzirrhose eine Lebertransplantation erforderlich. In diesem Fall aktivieren wir unsere exzellente Kooperation mit dem AKH Wien.

Therapeutisch sollte unbedingt die zu Grunde liegende Lebererkrankung konsequent behandelt werden.  Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine erfolgreiche Behandlung der Grundkrankheit bei einem Teil der Patienten zu einer deutlichen Verbesserung der Leberfunktion und sogar Rückbildung der Leberzirrhose führt.

Das Leberzellkarzinom entsteht in 80% der Fälle in Patienten mit einer fortgeschrittenen Lebererkrankung. Patienten mit Leberzirrhose haben ein Risiko von 0.5-3% pro Jahr einen Leberkrebs zu entwickeln.  Aus diesem Grund sollten sich Patienten ab Leberfibrose Grad 3 oder Leberzirrhose alle 6 Monate einer Ultraschalluntersuchung der Leber unterziehen. Wenn der Leberkrebs früh entdeckt wird, kann er geheilt werden. Die Diagnose wird üblicherweise mittels CT oder MRT gestellt. Im Falle einer Leberkrebsdiagnose koordinieren wir die rasche Vorstellung im Tumorboard des AKH Wien, begleiten und beraten die Patienten während ihrer Therapien.  Gerne übernehmen wir auch die Nachsorge nach erfolgter Therapie.

Übergewicht, Diabetes und Schilddrüse

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine Erkrankung bei der das blutzuckersenkende Hormon Insulin entweder in der Bauchspeicheldrüse nicht genügend gebildet wird (Typ I Diabetes) oder nicht ausreichend wirkt (Typ II Diabetes). Typ I Diabetes tritt meist bereits bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen auf, während Typ II Diabetes (sog. „Altersdiabetes“) meist erst nach dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wird. Typ II Diabetes tritt oft in Verbindung mit Übergewicht, erhöhten Blutfetten und erhöhtem Blutdruck auf – eine Kombination die als „metabolisches Syndrom“ bezeichnet wird. Eine Erhöhung des Blutzuckers birgt mehrere Gefahren. Bei sehr hohen Zuckerwerten, wie sie meist am Anfang der Erkrankung ohne Therapie vorkommen, kann es zum diabetischen Koma kommen. Diese „Überzuckerung“ muss von der „Unterzuckerung“ unterschieden werden, wie sie bei Überdosierung von Blutzucker senkenden Medikamenten vorkommen kann. Ein diabetisches Koma durch Überzuckerung ist jedoch meist erst bei Blutzuckerwerten von über 500 mg/dL zu befürchten. Auf lange Sicht beschädigen aber auch niedrigere Blutzuckerwerte verschiedene Organsysteme: durch die chronische Erhöhung des Blutzuckers kann es zu Schäden an den Augen (Retinopathie), Gefäßen des Herzens, des Gehirns und der Beine (Angiopathie), Nerven (Neuropathie) und Nieren (Nephropathie) kommen. Folgen der Zuckerkrankheit können daher Herzinfarkt, Schlaganfall, Amputationen, Sehverlust und Nierenversagen sein. Diese „Spätschäden“ gilt es durch eine gute Blutzuckereinstellung zu verhindern.

Symptome der Zuckerkrankheit können Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Durst, vermehrte Harnmengen, Neigung zu Infektionen, Sehstörungen, Schwindel oder Schwitzen sein. Bei vielen Patienten entwickelt sich die Zuckerkrankheit jedoch schleichend und bleibt lange symptomlos. Daher sollte eine Zuckerkrankheit durch Blutuntersuchungen regelmäßig ausgeschlossen werden. Die Diagnose der Zuckerkrankheit erfolgt durch Bestimmung des Nüchternblutzuckers, ist dieser erhöht sollte eine Kontrolle erfolgen und der Langzeitzuckerwert (HbA1c) bestimmt werden. Zusätzlich kann ein Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest) notwendig sein, um die Diagnose zu sichern. Wird eine Zuckerkrankheit erkannt, sollte eine Durchuntersuchung hinsichtlich bereits vorhandener „Spätschäden“ erfolgen. Dies umfasst eine Untersuchung von Herz und Gefäßen, Augen, Labor, Nerven und Nieren. Die Behandlung der Zuckerkrankheit kann durch drei Maßnahmen erfolgen: 1. Bewegung, Diät und Gewichtsoptimierung 2. blutzuckersenkende Medikamente und 3. Verabreichung von Insulin. Bewegung, Diät und Gewichtsoptimierung sind für alle Menschen mit Zuckerkrankheit wichtig. Ob dann Medikamente oder Insulin zum Einsatz kommen hängt von der Art der Zuckerkrankheit ab. Typ I Diabetiker benötigen immer eine Therapie mit Insulin, bei Typ II Diabetikern können sowohl Medikamente als auch Insulin zum Einsatz kommen.

Menschen mit Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Durst, vermehrte Harnmengen, Neigung zu Infektionen, Sehstörungen, Schwindel oder Schwitzen sollten umgehend eine Untersuchung des Nüchternblutzuckers veranlassen. Zusätzlich sollte im Rahmen der jährlichen Gesundenuntersuchung eine Bestimmung des Blutzuckers durchgeführt werden. Patienten mit bereits bestehenden Erkrankungen des Herzens, der Gefäße, der Nerven, Augen oder Nieren sollten besonders genau hinsichtlich des Vorliegens einer Zuckerkrankheit untersucht werden.

Erhöhte Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride, Lipoprotein (a)) sind ein wichtiger Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen. Erhöhungen dieser Werte sind praktisch immer symptomlos, machen also keinerlei Beschwerden. Eine Erhöhung der Blutfettwerte wird einerseits durch die Zufuhr von Fetten durch die Nahrung beeinflusst, andererseits produziert die Leber aber auch Cholesterin und Triglyzeride selbst bei geringer Zufuhr. Bei den meisten Menschen mit erhöhten Blutfettwerten liegt eine Überproduktion von Cholesterin und Triglyzeriden in der Leber vor, sodass selbst bei fettloser Ernährung erhöhte Blutfettwerte zu beobachten sind. Man geht davon aus, dass es sich hierbei um die heute häufigste genetische Erkrankung handelt, die etwa 1/4 der Erwachsenen betrifft. Beim Cholesterin unterscheidet man das schlechte (LDL) vom guten (HDL) Cholesterin. Vor allem eine Erhöhung des LDL Cholesterins führt zu vermehrten Ablagerungen (Plaques) in den Gefäßen und somit zur Bildung von Engstellen oder Gefäßverschlüssen. Dies kann alle Gefäßgebiete betreffen, besonders häufig sind allerdings Herz-, Gehirn- und Beingefäße von dieser Erkrankung (Atherosklerose) betroffen. Die Folgen können Herzinfarkt, Schlaganfall und Schaufensterkrankheit sein. Das Risiko für die Entwicklung von Ablagerungen steigt einerseits mit zunehmenden LDL Werten und hängt aber andererseits auch von dem Zusammentreffen mit anderen Risikofaktoren ab (Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Rauchen). Die zu empfehlenden Grenzwerte für das Gesamt- und LDL Cholesterin hängen daher von der Konstellation aus Risikoprofil und bereits vorhandenem Gefäßschaden ab und sind von Patient zu Patient unterschiedlich.

Die Diagnose von erhöhten Blutfettwerten kann ausschließlich durch eine Laboruntersuchung in nüchternem Zustand erfolgen. Zur richtigen Interpretation der gemessenen Werte sind jedoch zusätzliche Untersuchungen notwendig: so müssen ein Risikoprofil erstellt und die Gefäße des Patienten untersucht werden, um so die Notwendigkeit einer blutfettsenkenden Maßnahme zu bestimmen. Um die Blutfette zu senken stehen wiederum zwei Maßnahmen zur Verfügung: 1. alle Patienten mit erhöhten Blutfettwerten sollten diese durch Bewegung, Diät und Gewichtsreduktion günstig beeinflussen. Bewegung (Sport) ist auch die wirksamste Maßnahme zur Steigerung des guten (HDL) Cholesterins, welches als Schutzfaktor für die Gefäße wirkt. 2. stehen eine Reihe von medikamentösen Blutfett-Senkern zur Verfügung, ob diese zum Einsatz kommen hängt von den Blutfettwerten und dem kardiovaskulären Risiko ab. Die am häufigsten eingesetzten Präparate sind „Statine“, diese reduzieren die Produktion von Cholesterin und Triglyzeriden in der Leber und senken dadurch den Blutfettspiegel. Der besondere Nutzen dieser Medikamente liegt jedoch auch im günstigen Effekt auf die Herz- und Gefäßerkrankung: durch Statine wird unabhängig von ihrer Wirkung auf die Blutfettwerte ein Fortschreiten von Herz- und Gefäßerkrankungen reduziert.

Da erhöhte Blutfettwerte keine Beschwerden machen, sollten diese regelmäßig bei allen Menschen im Rahmen der Gesundenuntersuchung bestimmt werden. Zusätzlich sollen Patienten mit bestehenden Herz- oder Gefäßerkrankungen engmaschige Kontrollen der Blutfettwerte durchführen lassen, um ein Fortschreiten dieser Erkrankungen durch eine medikamentöse Therapie zu verhindern.